Aphasie

Aphasie heißt zu deutsch „Sprachverlust“. Der Aphasiepatient hat dabei keineswegs „den Verstand verloren“, sondern er hat erhebliche Schwierigkeiten im Ausdrücken eigener Gedanken und Gefühle und meist auch im Verstehen, Lesen und Schreiben. Aphasiepatienten können logisch denken und sie haben ihre Lebenserfahrungen und beruflichen Kenntnisse nicht vergessen. Sie erkennen Situationen des täglichen Lebens und verhalten sich in sozialen Kontakten ähnlich wie Gesunde. Obwohl sie Gegenstände sprachlich nur schlecht benennen und beschreiben können, ist ihr Wissen über Eigenschaften und Gebrauch von Gegenständen erhalten. Für den Außenstehenden ist es schwer, sich vorzustellen, dass bei diesen Patienten die Sprache gestört ist, aber das Denken und die Fähigkeit zur Kommunikation erhalten sind.
 
Die Ursachen für eine Aphasie können sein:

  • Schlaganfälle
  • Schädel-Hirn-Trauma
  • Hirntumore
  • Hirnoperationen
  • Cerebrale entzündliche Prozesse
  • Degenerative Krankheiten (z. B. Alzheimer)

Die Störungen erstrecken sich zumeist auf alle expressiven und rezeptiven Gebiete, d.h. auf das Sprechen, Verstehen, Lesen und Schreiben.

Symptome der Aphasie  sind  z.B.:

  • Störungen in der Wortwahl und Wortfindung. Ein Wort kann nicht mehr genannt werden, oder es wird stattdessen ein anderes Wort genannt.
  • Störungen der Lautstruktur. Die Lautstruktur eines Wortes ist fehlerhaft, so dass das Wort leicht verändert wirkt oder aber gar nicht mehr verständlich ist.
  • Störung von Satzbau und Grammatik. Es kommt zu Satzabbrüchen oder zur Verkürzung von Sätzen im Sinne eines Telegrammstils; es kommt zu Wortstellungsfehlern im Satz.
  • Sprachverständnisstörung. Diese kann in ihrem Ausprägungsgrad sehr unterschiedlich sein und sich sowohl auf die Lautstruktur der Sprache als auch auf den inhaltlichen Gehalt oder den Satzbau auswirken.
  • Störung des Lesens und Schreibens. Einzelne Schriftzeichen können nicht sicher in Laute umgesetzt werden. Die Fähigkeit zum Lesesinnverstehen kann gestört sein. Einzelne Laute können nicht mehr in Schriftzeichen umgesetzt werden. Der Sinn des Geschriebenen kann unverstanden sein.

Zusätzliche Symptome wie Halbseitenlähmung, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, Gedächtnis- und Antriebsstörungen können auftreten.

Therapie

Zunächst wird mithilfe von Tests die  Beeinträchtigung der sprachlichen und kommunikativen Fähigkeiten bzw. der Schweregrad der aphasischen Störung ermittelt, um danach eine individuelle Therapieplanung zu gestalten. Ziel jeder Behandlung ist es, dem Aphasiker die sprachliche Kommunikation im Alltag wieder zu ermöglichen.

Die Therapie beinhaltet zumeist folgende Themen:

  • Verbesserung des Sprachverständnisses
  • Förderung der Sprachproduktion (Wortfindung, Aussprache, Grammatik)
  • Verbesserung des Lesens und Schreibens
  • Verbesserung störungsspezifischer kognitiver Fähigkeiten
  • Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit unter Einsatz von Gestik, Mimik,  Körperhaltung, Kommunikationsbuch, elektronischer Kommunikationshilfen  
  • Angehörigenberatung

Eine Therapie wird in der Regel ärztlich verordnet. Falls Sie noch Fragen zu diesem Thema haben, schreiben Sie mir bitte oder rufen Sie mich einfach an. Sie können aber auch gerne zu den Öffnungszeiten in der Praxis vorbeischauen.